ACHTUNG ?!
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Logo der europäischen Union Dieses Projekt wird aus Mitteln des
Fonds für die innere Sicherheit durch
die Europäische Union kofinanziert.

Filmarbeit

Zielgruppe
Schülerinnen und Schüler jeder Klassenstufe
Akteure
Medienpädagogen aus den Landkreisen
Wann findet es statt?
In zeitlichem Zusammenhang mit dem Projekt.
Wo findet es statt?
Im Idealfall im Kino, in Ausnahmefällen in der Schule
Was sind die Voraussetzungen?
  • Sollte die Filmvorführung nicht im Kino stattfinden können:
    • Geeigneter Raum für eine Filmvorstellung (Aula, Medienraum der Schule)
    • Technische Ausstattung: Beamer, Leinwand, Lautsprecherboxen
  • Schüler sollten im Vorfeld informiert werden und das Angebot als “Unterricht“ verstehen
Max. Teilnehmerzahl
100
Methode
Filmpädagogische und sozialpädagogische Elemente verbunden mit einem Transfer in die jugendliche Lebenswelt.
Mögliche Filme (nicht abschließend):
Ab Klasse 9: „Wir sind jung, wir sind stark.“, „Die Welle“
Ab Klasse 7: „Kaddisch für einen Freund“, „Leroy“
Ab Klasse 5: „Kriegerin“, „Deine Schönheit ist nichts wert“, „Bekas“, „Lola auf der Erbse“
Die Auswahl des Film erfolgt in Abstimmung des/der Medienpädagogen/in mit der verantwortlichen Lehrkraft.
Zeitbedarf
Ca. 3 Stunden
Kosten
Für die Schule fallen keine Kosten an, die entstehenden Kosten vor Ort werden durch die EU-Fördermittel vergütet.

Filmbeschreibungen

Ab Klasse 9

Wir sind jung. Wir sind stark.

Ein Film von Burhan Qurbani, D 2014, 123 min, www.jungundstark.de
Rostock-Lichtenhagen 1992. In einer verödeten Wohnsiedlung hängen die Jugendlichen herum und wissen nichts mit sich anzufangen. Tagsüber gelangweilt, harren sie der Nächte, um gegen Polizei und Ausländer zu randalieren. Besonders das Sonnenblumenhaus, das von Vietnamesen bewohnt wird ist ihnen ein Dorn im Auge. In einer Nacht im August eskalieren die Krawalle …
Obwohl die Ereignisse in Lichtenhagen 24 Jahre zurück liegen haben sie von ihrer Brisanz leider nichts verloren. Der Film zeigt auf eindringliche Weise wie aus Unzufriedenheit mit der eigenen Situation Wut entsteht und diese zu Hass wird auf die, die anders sind.
Der Film wird aus der Perspektive der Jugendlichen erzählt, sowohl der, der Täter als auch der, der Opfer und eignet sich besonders gut für die Arbeit mit Schulklassen zum Thema Extremismus und Radikalisierung.

Die Welle

Ein Film von Dennis Gansel, D 2008, 107 min
Ein Gymnasiallehrer will mit seinen Schülern in der Projektwoche einen Selbstversuch zum Thema Autokratie durchführen. Er gerät in eine nicht nur pädagogische Zwickmühle, als sich seine Schüler seinen Forderungen bedenkenlos unterordnen und sich schließlich in Belangen solidarisieren, die zuvor kaum wahrgenommen wurden Basierend auf dem Roman von Morton Rhue zeigt dieser Film, wie schnell autokratisch, faschistische Strukturen entstehen können. Es wird deutlich, mit welch einfachen Mitteln junge Menschen verleitbar sind, wenn sie dadurch Anerkennung und eine Steigerung des Sozialprestiges erwarten können.
Der Film eignet sich um mit Schülern in eine Diskussion über die Frage, wie durchschnittliche Menschen zu Tätern werden können, einzusteigen.

Ab Klasse 7

Leroy

Ein Film von Armin Völckers, D 2007, 85 min
Leroy ist ein sehr sympathischer Junge, intelligent, höflich und gut in der Schule. Er ist siebzehn – und schwarz. Als er sich in die blonde Eva verliebt, wird seine Hautfarbe zum Problem. Auch für Eva, deren Brüder Skinheads sind.
In sehr einfühlsamer Weise werden die Themen Freundschaft, Liebe, Identität, Rassismus und Vorurteile behandelt. Viele gängige Klischees werden sehr humorvoll dargestellt, was zur Folge hat, dass der Film nicht auf bedrückende Weise belehrend wirkt und die angesprochenen Problemfelder gut zum Gegenstand einer intensiven Diskussion gemacht werden können.
Begleitmaterial zu Leroy: http://www.kinofenster.de/filme/filmarchiv/leroy_film/

Kaddisch für einen Freund

Ein Film von Leo Khasin
In einem Berliner Viertel lebt der 14-jährige Ali. Seine palästinensische Familie ist in Deutschland nur geduldet, daher ist die Katastrophe groß, als Ali bei einem Einbruch in die Wohnung des 84-jährigen russischen Juden Alexander erwischt wird. Es droht die Abschiebung und so ist Ali gezwungen, sich bei dem eigensinnigen alten Mann zu entschuldigen und ihm bei der Renovierung seiner verwüsteten Wohnung zu helfen.
Die Konflikte im Film bieten Anknüpfungspunkte für Diskussionen; die Bildsprache ist sehr gut für eine Filmanalyse geeignet.

Ab Klasse 5

Bekas

Ein Film von Kazan Kader, Fin/ITQ 2012
Zwei kurdische Brüder, Zana und Dana, wachsen in den 1990er Jahren in einem brutalen, von Saddam Hussein beherrschten Irak auf. Ohne Eltern und ohne ein Zuhause haben sie kein leichtes Leben. Eines Tages sehen sie Superman durch ein winziges Loch in der Kinowand. Sie sind fasziniert und glauben einen Weg aus ihrer Not gefunden zu haben. Sie entschließen sich nach Amerika zu gehen, “die große Stadt, in der Superman lebt”. Superman soll ihre Probleme lösen und alle Bösen bestrafen. Doch sie haben weder Geld noch Pässe und ihr einziges Transportmittel ist ein Esel, den sie “Michael Jackson” taufen.

Zwei tolle Hauptdarsteller machen es den Schülern einfach, sich in ihre Situation hineinzuversetzen.

Kriegerin

Ein Film von David Wnendt, Deutschland, 2011, 103 Minuten
Die 20-jährige Marisa gehört zur rechtsextremen Szene einer ostdeutschen Kleinstadt. Sie schlägt zu, wenn ihr jemand dumm kommt und hasst Ausländer, Schwarze, Politiker, Juden und die Polizei. In Marisas Augen sind vor allem die Ausländer schuld daran, dass ihr Freund im Knast sitzt und alles um sie herum den Bach runter geht. Als dann auch noch das junge Mädchen Svenja zur Clique stößt, ist Marisa alles andere als begeistert. Ihr geht Svenja gehörig auf die Nerven. Nachdem Marisa und ihre Clique mit den zwei jungen Asylbewerbern Jamil und Rasul aneinander geraten, eskaliert der Streit. Ohne es zu ahnen löst Marisa eine Kette von Ereignissen aus, die ihr Leben völlig auf den Kopf stellt. Während Svenja immer tiefer in die rechte Szene rutscht, beginnt Marisa ihre rechtsradikale Einstellung zu überdenken. Aus der Feindschaft wird eine vorsichtige Freundschaft mit Rasul. Als sie sich dazu entschließt, auszusteigen, ahnt sie noch nicht, dass das nicht so einfach wird. Marisa beginnt darum zu kämpfen, sich aus der rechten Szene zu lösen.

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